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Das auffälligste Merkmal bzw. das was das Umkehrdach auszeichnet, die Anordnung der Wärmedämmung außerhalb der Abdichtung, ist zugleich auch der größte Vorteil des Wärmedämmsystems Umkehrdach. Die Wärmedämmung wird also nicht nur deswegen außerhalb der Abdichtung angeordnet weil sie es „aushält“ sondern weil sich dadurch viele Vorteile ergeben.

 Wird der Aufbau eines Umkehrdaches betrachtet und mit einem Standard-Warmdach verglichen so fällt natürlich sofort ins Auge, dass der Umkehrdachaufbau aus weniger Schichten besteht. So kann im Vergleich zu einem Standard-Warmdach auf die notwendige Dampfsperre und die Dampfausgleichschicht verzichtet werden, da der Umkehrdachaufbau zum einen diffusionsoffen ausgeführt wird und zum anderen durch das Aufbringen der Abdichtung direkt auf der Betondecke kein Wasser eingeschlossen werden kann, das dann durch eine Dampfausgleichschicht abgeführt werden müsste.

 Ein weiterer Vorteil des Wärmedämmsystems Umkehrdach tut sich dadurch auf, dass die Wärmedämmung über der Abdichtung liegt und sie damit vor mechanischen Beschädigungen, UV-Versprödung und extremen Temperaturwechseln schützt, was natürlich zur Folge hat, dass die Lebensdauer der Abdichtung erheblich erhöht wird.

Sollte die Abdichtung doch einmal schadhaft werden, so kann die Leckage bei einer vollflächigen Verklebung leicht geortet und saniert werden, da das Wasser nur da austreten kann wo die Abdichtung fehlerhaft ist.

Durch die üblicherweise vollflächige Verklebung der Abdichtung mit dem Untergrund entfällt die bei Wärmdächern notwendige Sicherung der Abdichtung gegen Windsog. In der Praxis wird der Forderung, bei Warmdächern die Windsogsicherung der Abdichtung sicherzustellen, häufig durch die Verdübelung der Abdichtung mit dem Untergrund nachgekommen. Das stellt natürlich einen Schwachpunkt in der Abdichtung dar und kann zu Schäden führen.

Ein weiterer Verdienst des Wärmedämmsystems Umkehrdach ist es, die Bauzeiten erheblich besser im vorgesehenen Zeitplan zu halten, da die Dämmstoffverlegung witterungsunabhängig erfolgen kann und keinerlei Rücksichten auf feuchtigkeitsempfindliche Wärmedämmung oder eingeschlossene Feuchte genommen werden muss. Schließlich ist die Wärmedämmung sowieso der Bewitterung ausgesetzt und durch die vollflächige Verklebung der Abdichtung mit der Rohdecke kann auch kein freies Wasser eingebaut werden welches zu Schäden führen könnte (Stichwort Blasenbildung der Abdichtung bei Warmdächern).