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Durch die spezielle bzw. umgekehrte Bauweise des Umkehrdaches, die Dämmung außerhalb der Abdichtung anzuordnen und damit der Bewitterung auszusetzen, wird natürlich die Frage aufgeworfen in wie weit die Dämmung ihrem Zweck nachkommen kann, das Bauteil zu dämmen. Und damit, ob der berechnete U-Wert der Realität entspricht.

Die Antwort auf diese Frage findet sich in der DIN 4108-2. Unter 5.3.3 wird darauf hingewiesen, dass es zum einen zulässig ist die Umkehrdachdämmung aus extrudiertem Polystyrolschaum als Wärmedämmung beim Wärmeschutznachweis in Ansatz zu bringen und zum anderen, dass ein kurzfristiges Überstauen der Wärmedämmung (während intensiver Niederschläge) als unbedenklich angesehen werden kann. Ein langfristiges Überstauen der Wärmedämmplatten ist durch eine geeignete Dachentwässerung auszuschließen.

Bei der Bestimmung des U-Wertes ist zum errechneten Wärmedurchgangskoeffizient ein ΔU-Wert hinzuzufügen. Dieser trägt dem Umstand Rechnung, dass die Wärmedämmung außerhalb der Abdichtung liegt und somit die Wärmedämmung temporär (bei Niederschlag) unterströmt werden kann. Je nach Anteil der Wärmedämmung unter der Abdichtung werden folgende Zuschläge veranschlagt:

Tabelle 3: ΔU-Zuschläge für Umkehrdächer

Anteil des Wärmedurchlasswiderstandes unterhalb der Dachhaut in % des gesamten Wärmedurchlasswiderstandes

Erhöhung des U-Wertes

ΔU W/(m²·K)

0 – 10

0,05

10,1 – 50

0,03

> 50

0

Ausnahme:
Wird ein wasserableitendes Dachvlies in Kombination mit einem extrudiertem Polystyrolschaum gemäß DIN EN 13164 verwendet, so kann die Erhöhung des U-Wertes entfallen, wenn die Produktkombination für die Anwendung als Wärmedämmsystem Umkehrdach in der Ausführung mit Kiesschicht und wasserableitenden Trennlage über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung verfügt.
So entfällt zum Beispiel gemäß der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-23.31-1540 bei der Verwendung von JACKODUR KF 300 Standard SF in Verbindung mit dem JACKODUR Dachvlies WA beim bekiesten Umkehrdach die Erhöhung des U-Wertes, d.h. ΔU = 0, auch wenn der Wärmedurchlasswiderstand der Bauteilschichten unter der Dachhaut < 0,1 m²•K/W beträgt.